Macht Kaffee wach? Wie Kaffee gegen Müdigkeit hilft

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Wer kennt es nicht: Die Nacht war irgendwie doch zu kurz und man fühlt sich müde und schlapp. In der dunklen Jahreszeit und bei eisigen Temperaturen wird dieses Phänomen noch verstärkt. Für viele das erste und beste Mittel gegen die Müdigkeit: Der Kaffee am Morgen. Er ist für viele der Wachmacher schlechthin. Aber macht Kaffee uns wirklich wach?

Warum werden wir müde?

Wenn wir wach werden, signalisieren die Neuronen (= Nervenzellen: Für die Übertragung von Informationen verantwortlich) in unserem Köper dem Gehirn: „Wach werden und wach bleiben!“. Gleichzeitig wird aber ein anderer Stoff produziert – das organische Molekül „Adenosin“. Adenosin sorgt dafür, dass wir müde werden. Zum einen verhindert es die Ausschüttung von wachmachenden Stoffen wie Dopamin. Zum anderen verringert es die Herzfrequenz und lässt den Blutdruck sinken, indem es die Blutgefäße erweitert. Das sind für unseren Körper Zeichen für eine Ruhephase.

Warum macht Kaffee wach?

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Adenosin und koffein wirken in den Nervenzellen mit dem Schlüssel-Schloss-Prinzip © alex-mit/ Getty Images Internaional

Nachdem wir Kaffee getrunken haben, fühlen wir uns wacher und leistungsfähiger. Aber wie kommt es dazu?
Wie eben beschrieben sorgt der Stoff Adenosin dafür, dass wir uns müde fühlen. Im Körper funktioniert dieses Gefühl mit dem „Schlüssel-Schloss“-Prinzip: Der „Schlüssel“ Adenosin legt sich an einen Rezeptor, das „Schloss“. Er öffnet das Schloss und so wird ein Signal an unser Gehirn geschickt, das uns müde macht. Wenn wir Kaffee trinken, wirkt das im Kaffee enthaltene Koffein wie eine Blockade. Es blockt den Platz des Adenosins, löst aber nicht seine Wirkung aus, sodass kein Signal an das Gehirn geschickt wird.
Zusätzlich zu dieser Blockade sorgt Koffein außerdem dafür, dass andere (belebende) Stoffe besser wirken.

Wie lange hält Kaffee wach?

Wenn Koffein verhindert, dass wir müde werden, stellt sich die Frage: Wie lange kann ich mit Koffein wach bleiben? Jeder weiß aus Erfahrung, dass man selbst wenn man durchgehend Kaffee trinkt, irgendwann müde wird. Aber wenn das Koffein das Müdewerden verhindert, wieso überkommt uns trotzdem irgendwann die Müdigkeit? Das liegt an der Toleranz, die unser Körper gegenüber dem Koffein entwickelt. Wie hoch diese Toleranzgrenze ist, hängt immer von dem Kaffeekonsum des Einzelnen ab. Je mehr Koffein der Körper gewöhnt ist, desto höher wird die Toleranz – genau wie bei anderen Stoffen auch. Jemand, der seit Jahren mehrere Tassen Kaffee am Tag trinkt, verspürt nach einer Tasse Kaffee vermutlich keine wachmachende Wirkung mehr.

Wie lange hält die Wirkung von Kaffee?

Das Koffein im Kaffee fängt nach etwa zehn bis sechzig Minuten an zu wirken. Je nach Konsummenge, Toleranz und weiteren Einflussfaktoren wie Geschlecht, Alter und gesundheitlicher Verfassung hält die Wirkung des Koffeins etwa drei bis fünf Stunden an. Allerdings werden die meisten Kaffeetrinker, selbst die mit gemäßigtem Konsum, zustimmen, dass die Wirkungsdauer meist viel geringer scheint und man schon nach kürzerer Zeit zum nächsten Kaffee greift.