Vom Kaffeeanbau bis zur Ernte –
daher stammt Euer Lieblingsgetränk!

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Die richtige Aufbewahrung, der passende Röstgrad und natürlich auch der Kaffeeanbau: Der letztendliche Geschmack Eures Kaffees wird durch viele Faktoren beeinflusst –  wie bei gutem Wein auch.
Kaffeeabo zeigt Euch, woher der Kaffee in Euren Tassen kommt und wie er angebaut und geerntet wird:

Wo wird Kaffee angepflanzt?

Da Kaffeesträucher nur unter bestimmten Umständen wachsen, die man ausschließlich in den Gebieten um den Äquator findet, entsteht eine Art Band um den Erdball, das man Kaffeegürtel nennt. Dieser erstreckt sich zwischen dem 20 Breitengrad südlicher Breite und dem 20 Breitengrad nördlicher Breite.
Circa 10 Millionen Hektar Land werden für den Anbau von Kaffeesträuchern genutzt – und davon gibt es immerhin etwa 15 Milliarden Stück! Obwohl es gut 60 verschiedene Kaffeesorten gibt, sind nur zwei für den Weltmarkt von Bedeutung: Arabica (Coffea Arabica) und Robusta (Coffea Canephora).
Robusta-Pflanzen sind weniger temperaturempfindlich: Sie halten auch mehrere Tage über 30° C aus, ohne Schaden zu nehmen. Die Pflanze der Arabicabohne ist außerdem sehr anfällig für so genannten Kaffeerost – ein Pilz, der die Pflanzen befällt. Während Arabica-Pflanzen erst ab einer Höhe von 400 bis 2.100 m wachsen, wächst die Robusta-Pflanze auf 0 bis 900 m.

Wie wird Kaffee angebaut?

Für das Pflanzen neuer Sträucher verwenden die Kaffeebauern etwa acht Wochen altes Saatgut. Dabei wird die Bohne, frei von Fruchtfleisch und Hülle, einige Zentimeter tief in einen idealerweise leicht sauren Boden gedrückt. Nach fünf bis sechs Wochen pflanzen die Bauern die Setzlinge in Einzelbehälter um. Nach weiteren acht Monaten sind die Sträucher groß genug, um sie auf der Plantage zu den anderen Sträuchern zu pflanzen. Je nach Art werden sie in einem Abstand von einem bis drei Meter zueinander eingesetzt.
Obwohl sie bis zu dreieinhalb Meter hoch wachsen können, werden die Kaffeesträucher meistens auf anderthalb bis zwei Meter gestutzt: Da die Früchte der Sträucher in vielen Anbaugebieten immer noch per Hand geerntet werden, ist es so für die Pflücker leichter, an die begehrten Kaffeekirschen zu gelangen.

Wie wird Kaffee geerntet?

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Kaffeekirschen – rohe kaffeebohnen © Herianus / Getty Images International

Die Kaffeekirschen können mit Hilfe von unterschiedlichen Methoden geerntet werden, die alle ihre Vor- und Nachteile haben:
Beim „Picking“ wird alle acht bis zehn Tage der Zustand der Früchte überprüft und jede Kaffeekirsche einzeln gepflückt, sobald sie reif ist. Das ist zwar sehr zeit- und arbeitsintensiv, garantiert aber die höchste Qualität, da nur reife Früchte weiterverarbeitet werden.
Eine weitere Form der Handernte ist das „Stripping“: Anstatt der einzelnen Früchte ziehen die Pflücker die ganze Pflanze auf einmal ab, wobei alle Früchte in ein auf dem Boden liegendes Tuch fallen. Diese Methode spart mehr Zeit als das Picking, allerdings werden auch einige noch unreife Kaffeekirschen abgeerntet.
Bei der maschinellen Ernte werden mit einem Mal alle Früchte geerntet. Diese Methode ist zwar die mit Abstand schnellste, hat aber hohe Streuverluste, da auch unreife Kaffeekirschen geerntet werden. Außerdem ist die Verwendung einer Maschine in den meisten Fällen nicht möglich, da entweder die Beschaffenheit des Anbaugebiets ungeeignet ist oder sich die Anschaffung einer solchen Maschine nur bei sehr großen Plantagen, wie es sie z.B. in Brasilien gibt, lohnt.

Wann wird Kaffee geerntet?

Nach drei bis vier Jahren trägt der Kaffeestrauch zum ersten Mal Früchte. Die Erntezeit beträgt etwa zehn bis zwölf Wochen, der Großteil der Früchte wird aber zwischen der sechsten und der achten Woche geerntet. In den meisten Anbaugebieten wird einmal, je nach Art und Nähe zum Äquator in manchen Gebieten auch zweimal jährlich geerntet.
Wann geerntet wird hängt von der Lage des Anbaugebiets ab: Nördlich des Äquators werden die Früchte zwischen September und Dezember geerntet. Befindet sich das Anbaugebiet südlich des Äquators, wird zwischen Mai und August geerntet.