Früher war alles günstiger – oder?
Die Preisentwicklung der letzten 50 Jahre

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„Über einen Euro für eine Kugel Eis? Früher hätte es das nicht gegeben!“ Mal abgesehen davon, dass es den Euro „früher“ noch nicht gab, kommt Euch dieser Satz bekannt vor? Es stimmt tatsächlich – die Preise der meisten Lebensmittel ist in den letzten 50 Jahren gestiegen. Haben 250g Butter 1960 umgerechnet noch etwa 0,83€ gekostet, kosten sie jetzt um die 1,50€. Der Preis von Kartoffeln stieg um über 740%! Von umgerechnet 0,36€ für 2,5kg auf 2,68€. Was viele bei der Preisentwicklung allerdings vergessen, ist dass auch die Löhne im Durchschnitt gestiegen sind. Daher vergleichen wir an dieser Stelle nicht die Preise, sondern die notwendige Arbeitszeit, um sich das Gut zu kaufen.

Wie lange muss ich für welche Güter arbeiten?

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Für die gleiche Ware muss man heute deutlich weniger arbeiten, als noch vor knapp 60 Jahren. Um einmal auf die Butter zurück zu kommen: 1960 waren knapp 40 Minuten Arbeit notwendig, heute sind es gerade einmal vier. Noch deutlicher wird diese Erkenntnis im Bezug auf Fleisch – das gab es 1960 in den meisten Familien nur sonntags. Kein Wunder: Gute 2h musste man damals für 1kg Rindfleisch arbeiten. Heute kann man sich das Kilo Fleisch bereits nach etwa einer halben Stunde leisten. Den größten Unterschied aber gibt es bei Elektrogeräten, denn während man 1960 noch über 220h, bei einer 40h Woche also über einen Monat, für eine Waschmaschine arbeiten musste, sind es heute gerade einmal 32h.

Die gute Nachricht: Für Kaffee muss man weniger arbeiten, als vor 50 Jahren

Der Kaffeepreis hat sich in den letzten 50 Jahren so gut wie gar nicht verändert: 4,50€ zahlt man im Durchschnitt für 500g Bohnenkaffee, früher wie heute – wobei es natürlich auch hier je nach Vorlieben und Qualität große Unterschiede geben kann. Umgerechnet in Arbeitszeit waren das vor 50 Jahren allerdings gut 3 ½ h, während der halbe Kilo heute bereits nach knapp 20 Minuten bezahlt ist.