Der teuerste Kaffee der Welt

Luwak Kaffee

Vom Kopi Luwak bis zum Black Ivory – die 4 teuersten Sorten der Welt

 

Für die einen ist Kaffee nur Mittel zum Zweck, um morgens aus den Startlöchern zu kommen. Für die anderen ist Kaffee ein wahres Genussmittel. Laut Statista liegt der Pro-Kopf-Konsum von Kaffee in Deutschland bei rund 5,5 Kilo pro Person, das entspricht durchschnittlich circa 2 Tassen Kaffee pro Tag. Dabei sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt: Kaffee gibt es in zahlreichen Variationen, Zubereitungsarten, Stärkegraden und auch Preisklassen. Sei es mit Sirup oder Milch verfeinert, als starker Espresso oder kalter Cold Brew oder einfach schwarz. Neben den klassischen Kaffeeanbietern gibt es auf dem Kaffeeweltmarkt auch exklusive Marken, die sich ihren Kaffee einiges kosten lassen.

 

 

Black Ivory Coffe – der Elefantenkaffee

Mit zu den teuersten Kaffeebohnen gehört der Black Ivory Kaffee. Doch wer in den Genuss dieses exklusiven Kaffees kommen möchte, der muss einen weiten Weg auf sich nehmen: Den Black Ivory gibt es nämlich nur in Thailand.

Warum er einer der teuersten Kaffees der Welt ist? Das liegt an der Herstellungsweise. Bevor die Kaffeebohnen geröstet werden, unternehmen Sie erst noch eine Reise durch den Verdauungstrakt eines Elefanten – daher auch der Name des Kaffees, der übersetzt „Schwarzes Elfenbein“ bedeutet. Klingt nicht besonders appetitlich, was? Die Kaffee-Gourmets schwören jedoch auf den einzigartigen, milden Geschmack des Black Ivorys: Eine herrliche Schokonote trifft auf fruchtigen Beerengeschmack.

Die Herstellung des Kaffees ist nicht sehr einfach. Thailändische Arabica-Bohnen werden zusammen mit Reis und Obst an die Tiere verfüttert. Dabei zermahlen die Elefanten die Bohnen jedoch auch gerne. Daher sind mehr als 30 Kilogramm rohe Bohnen nötig, um ein Kilo Black Ivory herzustellen. Unzerkaute Bohnen wandern dann durch den Magen-Darm-Trakt des Dickhäuters. Dabei werden den Kaffeebohnen durch den Verdauungsprozess Bitterstoffe entzogen. Dieser Prozess dauert um die 24 Stunden. Anschließend werden die einzelnen Bohnen aus dem Elefantendung gesammelt. Danach werden sie gewaschen, getrocknet und geröstet. Kein Wunder also, dass der Black Ivory auch zu den seltensten Kaffees der Welt gehört.

Black Ivory Kaffee

Bevor der Kaffee in der Tasse landet, wandern die Bohnen des Black Ivory Kaffees zunächst durch den Magen-Darm-Trakt eines thailändischen Elefanten. © Cheryl Ramalho/ Getty Images International

Dieser aufwändige Prozess hat dann natürlich seinen Preis: Rund 850 Euro müssen für ein Kilo Black Ivory bezahlt werden, macht rund 34 Euro für eine Tasse Kaffee. Daher wird dieser Kaffee auch nur an wenigen Orten in Thailand ausgeschenkt. Wen jetzt jedoch das Gefühl beschleicht, dass die Tiere bei der Produktion gequält werden, den können wir beruhigen. Die Elefanten gehören zu der „Golden Triangle Asian Elephant Foundation“, die sich um ehemalige Arbeitselefanten kümmern und Ihnen eine beständige Heimat bieten. Ein Teil der Einnahmen durch den Kaffee gehen an das „Anantara Golden Triangle Elephant Camp“, die damit das Futter sowie Tierarztkosten bezahlen.

Kopi Luwak – der Katzenkaffee

Weit bekannter unter den Kaffee-Liebhabern ist der Kopi Luwak aus Indonesien. Der Veredelungs-Prozess ist dabei ähnlich wie beim Black Ivory, nur, dass hier anstatt Elefanten die indonesische Schleichkatze (Musangs) zum Einsatz kommt.

Die Schleichkatze ist in etwa so groß wie eine Hauskatze und meist nachtaktiv. Sie liebt Obst, weshalb sie auch großer Fan der Kaffeekirschen ist. Beim Fressen verdauen sie jedoch nur das Fruchtfleisch der Kaffeekirschen, die rohe Kaffeebohne wird wieder ausgeschieden. Während der Verdauung werden auch hier die Bitterstoffe des Kaffees angegriffen und so der Geschmack des Kaffees verändert. Die Kaffeebohne an sich bleibt unbeschädigt und wird nach der Ausscheidung von Farmen aufgesammelt – quasi in veredelter Form. Die Kaffeebohnen werden gereinigt, getrocknet und letztlich geröstet. Heraus kommt ein vollmundiger, erdiger aber dennoch milder Kaffeegeschmack.

Luwak

Die indonesische Schleichkatze frisst die süßen Kaffeekirschen und scheidet am Ende die Kaffeebohnen aus. © Bicho_raro/ Getty Images International

Leider brachte die Produktion des Kopi Luwak negative Auswirkungen mit sich: Das Geschäft mit dem Kaffee stellte sich als äußerst lukrativ für südostasiatische Kaffeebauern heraus. So findet es viele Nachahmer, die die jährliche Produktionsmenge steigern wollen, was darin endet, dass viele Schleichkatzen in engen Käfigen gehalten und ausschließlich mit Kaffeekirschen gefüttert werden. Viele Schleichkatzen leiden unter Mangelernährung und den schlechten Bedingungen. Achtet beim Kauf von Kopi Luwak darauf, dass dieser ökologisch angebaut wird und die Tiere frei herumlaufen durften. Das Original stammt von den indonesischen Inseln Sumatra, Java und Sulawesi und liegt preislich bei 800 bis 1000 Euro pro Kilo.

 

Jamaica Blue Mountain

Weit oben, auf den blauen Bergen Jamaicas wächst eine der luxuriösesten Kaffeesorten der Welt: der Jamaica Blue Mountain. Auf knapp 1.800 Metern Höhe erstreckt sich ein knapp 6000 Hektar großes Feld voller Arabica-Pflanzen. Der Cluo an dem Kaffee? Die ganz besondere Lage und das damit einhergehende Klima machen den Kaffee so exklusiv: Der Boden ist reich an Mineralien. Die Temperaturen in den Bergen sind niedrig und es ist immer eine dicke Wolkendecke über den Pflanzen. Ergänzt werden die Temperaturen durch kräftige Niederschläge sowie einen beständigen Nebel. Dadurch wachsen die Kaffeepflanzen nur sehr langsam und benötigen circa 10 Monate bis sie reif sind – so können sie ihr einzigartiges Aroma entwickeln. Dieses überzeugt mit verschiedenen Facetten, ist besonders mild und hat fruchtige sowie nussige Noten. Die Kaffeeernte an den Steilhängen ist eine sehr schwierige Aufgabe, weshalb nur geübte Pflücker die Ernte durchführen.

Blue Mountains Jamaika

An den steilen Hängen der Blue Mountains von Jamaika wachsen die berühmten Kaffeebohnen. © Gfed/ Getty Images International

Den Jamaica Blue Mountain gibt es in verschiedenen Qualitätsstufen. Der Grad 1 wird dabei nicht wie üblich in Säcken, sondern in Holzfässern gelagert. Die Kosten für ein Kilo Jamaica Blue Mountain belaufen sich auf circa 150 Euro.

 

Hawaii Kona Kaffee

Luxus-Bohnen können wir auch aus den USA bekommen. Hawaii ist der einzige Bundesstaat der USA, welcher Kaffee anbaut. Warum? Nur hier besitzen die Böden und das Klima die perfekten Eigenschaften für den Kaffeeanbau. Besonders Big Island und die Region um Kona haben sich zum wahren Kaffeeexporteur entwickelt.

Echter Kona Kaffee wächst auf einer circa 30 Kilometer langen und 3 Kilometer breiten Fläche, direkt an den Hängen der Vulkane auf 250 bis 800 Metern Höhe. Dadurch ist die Erde reich an Mineralien und sehr fruchtbar für die Kaffeepflanzen. Milde Temperaturen sowie sonnige Morgen und wolkige Nachmittage erledigen den Rest.

Seine hohe Qualität erhält der Hawaii Kona durch seine Formschönheit sowie der Siebgröße von 18 und 19, was sehr selten ist. Der Geschmack ist vollmundig und enthält Noten von Nuss, Schokolade und Zimt. Beim Kona Kaffee werden 2 Typen unterschieden:

1.Typ: Diese Bohnen sind flach auf der einen und rund auf der anderen Seite. Dies geschieht, da sie zu zweit in einer Kaffeekirsche wachsen. Sie werden auch als Kona Extra Fancy bezeichnet.

2.Typ: Sie haben eine runde Form und werden daher auch als Perlbohnen bezeichnet. Sie wachsen alleine in einer Kaffeekirsche.

Die beiden Typen unterscheiden sich lediglich im Geschmack. Ein Kilo Kona Kaffee kostet um die 100 bis 120 Euro, da der Kaffee mit circa 55.000 produzierten Säcken im Jahr ziemlich selten ist.

Kona Kaffee Plantage

In der Region Kona auf Hawaii wird der exklusive Kona Kaffee angebaut. © pawel-gaul/ Getty Images International