Milchschaum selbst machen

Milchschaum

Ein gelungener Milchschaum ist entscheidend für den optimalen Kaffeegenuss. Aus der Kombination von Kaffee und Milchschaum entstehen leckere und beliebte Kaffeespezialitäten wie Cappuccino oder Latte Macchiato. Aber was macht den perfekten Milchschaum eigentlich aus?

Welche Milch für den Milchschaum?

Wie kommt der perfekte Milchschaum zustande und welche Milch solltet ihr dafür am besten verwenden? Bei der Auswahl der richtigen Milch solltet ihr vier Punkte beachten: Fettgehalt, Temperatur und Eiweißgehalt der Milch sowie den Unterschied zwischen H-Milch und Frischmilch.

  1. Fettgehalt

Ob ihr euren Milchschaum mit fettiger oder fettarmer Milch zubereiten solltet, hängt davon ab, wie ihr euren Milchschaum am liebsten mögt: Wenn ihr Milch mit einem hohen Fettgehalt verwendet, wird der Milchschaum cremig und eher locker. Mit fettarmer Milch dagegen wird der Milchschaum eher fester. Ihr solltet außerdem bedenken, dass Fett ein Geschmacksträger ist, d.h. dass der Kaffee mit einer fetthaltigen Vollmilch stärker und aromatischer schmeckt als mit fettreduzierter Milch.

  1. Temperatur

Nicht nur der Fettgehalt, sondern auch die Temperatur hat einen erheblichen Einfluss auf das Gelingen des Milchschaums. Allgemein gilt: Ihr solltet eure Milch nicht über 60 Grad erhitzen, wenn ihr daraus Milchschaum machen möchtet. Ab dieser Temperatur zerfallen die Eiweißverbindungen in der Milch, sodass der Milchschaum schnell in sich zusammenfällt. Ansonsten hängt die Temperatur ebenfalls vom Fettgehalt der verwendeten Milch ab: Milch mit hohem Fettgehalt sollten eher bei Zimmertemperatur bis lauwarm aufgeschäumt werden, während fettarme Milch kalt sein sollte. Die unterschiedlichen Optimal-Temperaturen ergeben sich aus dem Fettgehalt der Milch: Je höher der Fettgehalt, desto mehr Luft kann die Milch auch bei höheren Temperaturen aufnehmen.

  1. Eiweißgehalt

Während viele beim Kauf ihrer Milch auf den Fettgehalt achten, wird häufig ein Faktor vergessen, der viel entscheidender für die Zubereitung von Milchschaum ist – der Eiweißgehalt. Ihr solltet darauf achten, dass dieser optimalerweise bei 3,2 – 3,8 Prozent liegt, d. h. entsprechend 3,2 – 3,8 Gramm auf 100 Milliliter Milch.

 

  1. H-Milch oder Frischmilch?

Bei der Entscheidung zwischen H-Milch oder Frischmilch für den Milchschaum gibt es keine eindeutige Antwort, denn auch hier ist wie beim Fettgehalt der eigene Geschmack entscheidend. Zwar ist für viele Kaffeeliebhaber die Frischmilch der Favorit, da diese mehr Aroma entfaltet und den Kaffee „abrundet“. Wer aber generell nur wenig Milch benötigt, der wird beim Verwenden von Frischmilch eher Reste wegschmeißen müssen als bei haltbarer Milch. Daher solltet ihr bei dieser Wahl eher nach eurem Milchverbrauch entscheiden, um der Lebensmittelverschwendung vorzubeugen.

Milch selbst aufschäumen

In nur wenigen Schritten könnt ihr den perfekten Milchschaum selbst herstellen © ArisSu/ Getty Images International

Veganer Milchschaum: Welche Pflanzenmilch lässt sich am besten aufschäumen?

Bei der Wahl der richtigen Milch für den perfekten Milchschaum geht es immer mehr auch um die Frage nach veganen Alternativen zu herkömmlicher Kuhmilch. Hafermilch, Mandelmilch, Reismilch und Sojamilch – mittlerweile gibt es viele Möglichkeiten, tierische Produkte zu ersetzen. Wenn ihr Milchschaum mit Pflanzenmilch zubereiten möchtet, verwendet ihr am besten Hafer- oder Sojamilch. Mandelmilch dagegen bildet im Kaffee unangenehme Flocken. Mittlerweile findet ihr in der Drogerie, Bioläden oder gut sortierten Supermärkten sogar extra Barista-Pflanzendrinks, mit denen das Aufschäumen der Pflanzenmilch noch leichter ist und die sogar Latte Art ermöglichen.

Hinweis: Die genannten Produkte werden aufgrund von Irreführung nicht mehr als „Milch“ bezeichnet, sondern sind als „Pflanzendrinks“ gekennzeichnet. Es handelt sich aber um die gleichen Produkte, sodass ihr Hafer- und Sojadrinks problemlos verwenden könnt.

Der richtige Milchaufschäumer – das passende Zubehör

Zum Aufschäumen von Milch gibt es unterschiedliche Varianten, die vor allem davon abhängen, wie viel Geld man in das Zubehör investieren möchte. Wir stellen euch vier Geräte zum Milchaufschäumen vor:

  1. Handbetriebene Milchaufschäumer

Die klassischen Milchaufschäumer sind handbetriebene Geräte. Sie funktionieren ganz ohne Strom und werden nur von der eigenen Kraft betrieben. Durch die Auf- und Abbewegung der Hand wird Luft in die Milch gedrückt.

Vorteile:

  • kostengünstig
  • die Konsistenz des Milchschaums könnt ihr selbst beeinflussen
  • nicht an eine Stromquelle gebunden

Nachteile:

  • es braucht etwas Übung und Kraft, um das optimale Ergebnis zu erzielen

 

  1. Batteriebetriebene Milchaufschäumer

Die zweite Möglichkeit zur Zubereitung von Milchschaum sind batteriebetriebene Milchaufschäumer. Bei diesen Geräten müsst ihr zwar ebenfalls manuell Hand anlegen, allerdings bedarf es hier weitaus weniger Kraft. Zum Aufschäumen der Milch wird lediglich der Milchaufschäumer, ein länglicher Stab bestehend aus einem Handgriff und dem eigentlichen Aufschäumer, dem Quirl, in die Milch gehalten. Dabei solltet ihr darauf achten, dass das Gefäß, in dem ihr die Milch aufschäumt, hoch genug ist, damit (ähnlich wie beim Mixen) der Inhalt nicht auf eurer Küchenarbeitsplatte landet.

Vorteile:

  • kostengünstig
  • die Konsistenz des Milchschaums könnt ihr selbst beeinflussen
  • weniger Kraftaufwand, als bei handbetriebenen Milchaufschäumern
  • je nach Modell sind verschiedene Stärkestufen einstellbar
  • nicht an eine (feste) Stromquelle gebunden

Nachteile:

  • Übung, um das optimale Ergebnis zu erzielen

 

  1. Elektrischer Milchaufschäumer

Neben den beiden vorgestellten, manuellen Varianten könnt ihr auch einen elektrischen Milchaufschäumer verwenden. Elektrische Milchaufschäumer sind hohe Gefäße, die aussehen wie ein (kleiner) Wasserkocher. In diese füllt ihr die Milch bis zur Markierung ein und wählt das gewünschte Programm.

Vorteile:

  • häufig Wahl zwischen warmem und kaltem Milchschaum, sodass ihr verschiedene Kaffeegetränke mit Milchschaum wie beispielsweise Cappuccino und Latte Macchiato oder Frappé, Eiskaffee und Cocktails zubereiten könnt
  • je nach Modell sind verschiedene Stärkestufen einstellbar, dann mehr oder weniger Einfluss auf die Konsistenz des Milchschaums
  • komfortables Milchaufschäumen

Nachteile:

  • teurer als hand- oder batteriebetriebene Milchaufschäumer
  • an eine feste Stromquelle gebunden

 

  1. Integrierte Milchaufschäumer 

Eine weitere Option sind in Kaffeemaschinen, meist Vollautomaten oder Siebträgermaschinen, integrierte Milchaufschäumer, wie z. B. bei der DeLonghi Kaffeevollautomat ECAM 45.760.B. Diese befinden sich je nach Modell innen oder außen an der Maschine.

Vorteile:

  • Bei guten Kaffeevollautomaten oder Siebträgermaschinen solltet ihr verschiedene Stufen von Milchschaum einstellen können
  • Häufig die Möglichkeit, nur Milch aufzuschäumen, d. h. ohne gleichzeitige Zubereitung von Kaffeegetränken
  • Kaffeespezialität wird direkt als Ganzes zubereitet

Nachteile:

  • Kauf eines Kaffeevollautomaten oder einer Siebträgermaschine, daher deutlich teurer als vorherige Optionen
  • an eine feste Stromquelle gebunden

 

Wenn ihr einen Kaffeevollautomaten besitzt, bei dem die Milch von außen durch einen Schlauch eingezogen wird, empfehlen wir den Nivona MilchCooler, damit eure Milch auch an heißen Tagen angenehm kalt bleibt.

Häufige Probleme beim Milchaufschäumen

Manchmal bekommt der Milchschaum beim Aufschäumen nicht die gewünschte Konsistenz und/oder den gewünschten Geschmack. Wir haben daher die häufigsten Fehler beim Milchaufschäumen einmal für euch zusammengefasst:

  1. Der Milchschaum schmeckt nach Plastik

Milchschaum, der nach Plastik schmeckt, ist häufig in den ersten Stunden oder Tagen der Benutzung eines neuen Milchaufschäumers der Fall, da das Gerät neu ist. Ihr solltet das Gerät ein paar Mal durchspülen und die ersten „Versuche“ des Milchschaums ggf. nicht trinken, wenn dieser zu stark nach Plastik riecht und schmeckt. Ist der Geschmack aber nach ein paar Tagen nicht verschwunden, sollte ihr den Milchaufschäumer reklamieren.

  1. Der Milchschaum schmeckt nach Chemie

Das Problem von nach Chemie schmeckendem Milchschaum tritt meist nach einer Reinigung des Milchaufschäumers auf. Hier hilft dieselbe Prozedur, wie bei Milchschaum, der nach Plastik schmeckt: Spült das Gerät einige Male durch, bevor in den Milchschaum wieder trinkt. Außerdem empfehlen wir euch, nur für Milchaufschäumer vorgesehene Reiniger zu verwenden, wie z.B. den Jura Milchsystemreiniger. Flockender Milchschaum ist guter Hinweis auf Milchschaum, der nach einer Reinigung noch nicht wieder genießbar ist. Wenn ihr einen Kaffeevollautomaten verwendet, solltet ihr sorgfältiger Reinigung die Zubehörteile des Milchsystems wie z.B. den Milchschlauch regelmäßig auszutauschen.

  1. Der Milchschaum löst sich sofort wieder auf

Ein weiteres weit verbreitetes Problem ist zu lockerer Milchschaum, der sich nach kurzer Zeit wieder auflöst. Dafür gibt es zwei mögliche Gründe:

  1. Die verwendete Milch ist zu heiß (> 60 Grad), sodass die Eiweißverbindungen in der Milch zerstört wurden und die Bildung von Milchschaum nicht mehr möglich ist. Verwendet das nächste Mal Milch, die ihr maximal auf 60 Grad erwärmt habt. Die bereits erhitzte Milch könnt ihr leider nicht mehr als Grundlage für Milchschaum benutzen.
    2. Ein zweiter möglicher Grund für zusammenfallenden Milchschaum ist, dass die Milch zu kurz aufgeschäumt wurde. Ihr solltet den Milchschaum entsprechend einfach etwas länger aufschäumen.